Ursachen von Erektionsstörungen

Erektionsstörungen oder Erektile Dysfunktion

Es ist die Horrorvorstellung eines jeden Mannes – das beste Stück will nicht so, wie man selbst es will. Im medizinischen Kontext spricht man von einer Erektilen Dysfunktion, im Volksmund sind die Begriffe Erektionsstörungen oder Impotenz jedoch weiträumiger verbreitet.

Von Erektionsstörungen wird dann gesprochen, wenn es dem Mann nicht gelingt, die Erektion für die Dauer des Geschlechtsverkehrs aufrecht zu erhalten, bis er einen Orgasmus erreicht. Häufig wird davon ausgegangen, dass solche Potenzprobleme mit dem Alter einhergehen – tatsächlich gehört das Alter zwar zu den möglichen Ursachen, aber nicht zu den Spitzenreitern davon. Die Auslöser von Erektionsstörungen können im körperlichen aber auch mentalen Umfeld des Betroffenen zu suchen sein. Sie können aber auch auf die Einnahme bestimmter Medikamente oder Drogen zurückzuführen sein. Wird die Ursache von Impotenz erkannt, ist eine Behandlung mit guten Erfolgschancen möglich und sollte bald möglichst durchgeführt werden. Denn Erektionsstörungen beeinträchtigen nicht nur das Sexualleben eines Mannes, sondern können auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Psyche des Mannes und dessen Partner/in mit sich bringen.

Physische / körperliche Ursachen für Erektionsstörungen

Potenzprobleme können häufig als Begleiterscheinungen von körperlichen Krankheiten auftreten oder eine Folge von Verletzungen, Fehlbildungen oder Erkrankungen des Genitalbereichs sein. Im Folgenden wird ein kurzer Überblick über die verschiedenen möglichen körperlichen Ursachen von Erektionsstörungen gegeben:

Herz- und Gefäßerkrankungen: Vor allem Bluthochdruck und die Verkalkung der Arterien kann schnell dazu führen, dass das männliche Geschlechtsorgan nicht ausreichend mit Blut versorgt und dadurch keine Erektion aufrecht erhalten werden kann. Aber auch ein Herzinfarkt, angeborene krankhafte Gefäßveränderungen oder Erkrankungen der Herzgefäße können als Ursachen für Impotenz und Erektionsstörungen angeführt werden.

Erkrankungen der Drüsen / Stoffwechselprobleme: Chronische Funktionsstörungen der Leber oder der Nieren aber auch eine Fehlfunktion der Schilddrüse können sich auf die Erektion eines Mannes auswirken. Auch Diabetes und Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse können zu Erektionsstörungen führen.

Verletzungen und Erkrankungen der Nerven sowie körperliche Traumen: Zu diesem Punkt zählen Bandscheibenvorfälle und Rückenmarkserkrankungen ebenso wie ein Schädel-Hirn-Trauma oder Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson.

Fehlbildungen und Erkrankungen der Genitalien: Bereits einfache Entzündungen der Hoden oder der Prostata können zu Erektionsstörungen führen. Aber auch eine Vorhautverengung oder angeborene Missbildungen der Genitalien können Impotenz zur Folge haben.

Operative Eingriffe: Nach Operationen im Bauch- Becken- oder Genitalbereich kann es ebenfalls zu Potenzproblemen kommen.

Viele der genannten psychischen Ursachen für Erektionsstörungen sind extreme Fälle, und meist sehr einfach nachvollziehbar. Häufig unterschätzt wird hingegen der Punkt der Herz- und Gefäßerkrankungen. Denn wenn der Blutkreislauf nicht korrekt funktioniert, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch Erektionsstörungen auftreten werden. Vor allem Bluthochdruck ist in Kombination mit der Behandlung mit Medikamenten, eine der häufigsten Ursachen für die Impotenz des Mannes. Hier kann allerdings einfach durch eine Anpassung der Medikamente unter ärztlicher Aufsicht entgegen gearbeitet werden.

Psychische / geistige Ursachen für Erektionsstörungen

Neben den physischen Ursachen gehören psychische Probleme zu den häufigsten Gründen, aus welchen Erektionsstörungen auftreten können. Vor allem Depressionen oder großer Stress können zu Impotenz führen. Vor nicht allzu langer Zeit wurde noch angenommen, dass die Masse aller Männer mit Erektionsstörungen unter psychischen Problemen leiden würden. Impotenz ist reine Kopfsache – so wurde argumentiert. Neueste Forschungen haben jedoch gezeigt, dass es sich genau anders herum verhält. Die häufigsten Ursachen für Erektionsstörungen sind im körperlichen Bereich zu suchen.

Wenn die Erektionsstörungen allerdings sehr unregelmäßig auftreten und möglicherweise sogar mit bestimmten, einzigartigen Erlebnissen in Verbindung zu bringen sind, ist eine psychische Ursache wahrscheinlich. Zu den häufigsten geistigen Faktoren, welche zu Erektionsstörungen führen können, gehören:

Depression: Männer, welche unter Depressionen leiden, sind häufig nicht in der Lage, den Kopf dermaßen frei zu bekommen, dass eine Erektion aufrecht erhalten werden kann. Dies tritt jedoch nicht immer und schon gar nicht regelmäßig ein.

Versagensängste: Fühlt sich ein Mann zu sehr unter Druck gesetzt und hat Angst, diesem nicht standhalten zu können, können Potenzprobleme auftreten.

Religiöse Hemmungen: In manchen Situation kann das sexuelle Verhalten in einem starken Kontrast zu religiösen Vorstellungen stehen. Der Körper betätigt hier sozusagen den Not-Aus-Schalter, um diesen Gegensätzen entgegen zu wirken. Erektionsstörungen sind die Folge.

Sexuelle Hemmungen: Ähnlich verhält es sich, wenn die eigenen Wünsche nicht mit denen des Partners übereinstimmen. Die Erektionsstörungen sind hier als ein Sicherheitsmechanismus zu verstehen.

Angst vor dem Geschlechtsverkehr: Vor allem die Angst vor ungewollten Schwangerschaften oder vor Geschlechtskrankheiten kann dafür sorgen, dass Erektionsstörungen auftreten. Vor allem unerfahrene Männer sind hiervon besonders einfach betroffen.

Es zeigt sich, dass die Masse der psychischen Ursachen tatsächlich ihre Ursache im Kopf und beim Denken des Mannes haben. Vor allem der Punkt der Versagensängste ist einer der häufigsten Gründe für gelegentlich auftretende Impotenz. Der Mann stellt sich hierbei viele Fragen, und kann sich nicht auf die sexuellen Tätigkeiten konzentrieren. Zu diesen Fragen können gehören:

– Werde ich es schaffen, einen Orgasmus zu erreichen?
– Wird mein Partner einen Orgasmus erreichen?
– Ist mein Partner zufrieden mit mir?
– Findet mein Partner mich / meinen Penis / meine Erektion attraktiv / anziehend?
– Ist mein Penis groß genug?
– Werde ich lange genug durchhalten oder werde ich zu früh ejakulieren?
– Ist der Sex gut? Wird er von meinem Partner als gut empfunden?

Vor allem die Angst vor negativen Antworten auf diese Fragen sorgt für eine starke Ablenkung und damit für Erektionsstörungen. Es ist wichtig, diese Punkte mit seinem Partner zu besprechen um einerseits zu erkennen, woher die Potenzprobleme kommen, andererseits, um die auftretenden Fragen zu besprechen, und so die Angst verringern zu können. Es hat sich gezeigt, dass vor allem unerfahrene Männer, aber auch Männer, welche häufig Pornographie konsumieren, von diesen Problemen betroffen sind. Denn Pornographie vermittelt ein unrealistisches Bild von Männern und Sex im Allgemeinen, mit welchem der Durchschnittsmann niemals mithalten wird können. Das Gute daran ist – das wird auch von niemanden erwartet, weswegen nach einem klärenden Gespräch dieser Druck häufig sofort verschwunden ist.

Medikamente als Ursache für Erektionsstörungen

Auch die Einnahme von Medikamenten kann für Potenzprobleme sorgen. Es ist allerdings oft schwierig zu unterscheiden, ob die Probleme durch die Krankheit selbst oder die dagegen eingenommenen Medikamente verursacht werden. Zu den Medikamenten, welche als Ursachen von Potenzproblemen angesehen werden können gehören:

Herz-Kreislauf-Mittel: In diesem Zusammenhang sind vor allem ACE-Hemmer als Mittel gegen Bluthochdruck zu nennen. Aber auch Beta-Rezeptoren-Blocker oder verschiedene Mittel zur Steigerung der Herzleistung können Impotenz verursachen.

Psychopharmaka: Bei zahlreichen Psychopharmaka gehört Impotenz zu den möglichen Nebenwirkungen. Dazu zählen Antidepressiva, Beruhigungsmittel und Appetitzügler.

Diverses: Unterschiedliche sonstige Medikamente können ebenfalls Erektionsstörungen verursachen. Dazu können krampflösende Mittel ebenso zählen wie Hormone, Antihormone oder Magen-Darm-Mittel.

Wenn der Verdacht besteht, dass die Probleme beim Erreichen und Aufrechterhalten von Erektionen auf die Einnahme von Medikamenten zurückzuführen sind, sollte unbedingt der behandelnde Arzt konsultiert werden. Häufig kann einfach auf ein anderes Mittel zurückgegriffen werden, welches nicht diese Nebenwirkungen mit sich bringt.

Drogen als Ursache für Erektionsstörungen

Viele Suchtmittel können die Durchblutung im Körper beeinträchtigen und damit auch für Impotenz sorgen. Ganz oben auf dieser Liste stehen alltägliche Klassiker: Rauchen und Alkoholkonsum gehören zu den häufigsten Ursachen für eine schlechte Durchblutung und daraus resultierenden Potenzproblemen.

Alkohol: Bei Alkohol ist nicht nur der chronische Missbrauch, welcher das Nervensystem und den Schwellkörper beschädigen kann, zu nennen, sondern auch der gelegentliche Konsum. Denn bereits ab einem Alkoholpegel von 0,5 Promille können bereits Störungen der Erektion auftreten.

Rauchen: Hier ist vor allem die langjährige Abhängigkeit zu erwähnen. Denn Personen, welche über einen langen Zeitraum viel Rauchen beschädigen ihre Blutgefäße und stören damit den gesamten Blutkreislauf. Damit sind auch Erektionsprobleme vorprogrammiert.

Drogen: Auch wenn es unverständlich klingen mag: Viele Menschen nehmen häufig Drogen ein, um das sexuelle Erlebnis intensiver wirken zu lassen. Doch genau dieser Konsum von Drogen kann dafür führen, dass – vor allem über längere Zeit gesehen – Schäden am Körper entstehen, welche Impotenz zur Folge haben.

Es ist in diesem Punkt zu erwähnen, dass Drogen und Probleme beim Erreichen einer Erektion einen Teufelskreislauf darstellen können. Denn Drogen führen zu den Störungen. Oft wird dann auf medizinische Mittel wie z.B. Viagra zurückgegriffen. Doch wenn diese mit manchen Arten von Drogen (wie zum Beispiel den im sexuellen Bereich sehr beliebten Poppers) verwendet werden, kann es zu lebensbedrohlichen Schwindelanfällen und Bewusstlosigkeit kommen.

Das Alter als Ursache für Erektionsstörungen

Selbstverständlich muss in Zusammenhang mit Potenz auch das Alter angesprochen werden. Denn die meisten Patienten, welche Potenzprobleme haben, gehören der Altersschicht 50+ an. Dies ist nicht verwunderlich, da viele Ursachen für diese Probleme verstärkt im Alter auftreten. Dazu gehören vor allem körperliche Ursachen aber auch langjähriger Alkohol- oder Nikotinkonsum. Im Alter neigen außerdem die Gefäße dazu, einfacher zu verkalken oder sich zu verengen. Auch Herzinfarkte werden durch ein fortgeschrittenes Alter begünstigt.
Es ist also zu sagen, dass das Alter an sich keine Ursache für Potenzprobleme ist. Die unterschiedlichsten Ursachen hingegen, können im Alter verstärkt beobachtet werden, weswegen Männer im höheren Alter eine höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, unter Impotenz zu leiden.

Risikofaktoren, welche Erektionsstörungen begünstigen können

Die meisten Potenzprobleme können recht einfach auf bestimmte Ursachen zurückgeführt werden, wodurch auch eine Behandlung äußerst einfach durchführbar ist. Doch es kann auch bereits versucht werden, Impotenz im Vorhinein entgegenzuwirken. Dazu ist es jedoch nötig, die wichtigsten Risikofaktoren zu kennen, um keinerlei Potenzprobleme entstehen zu lassen.

Das Alter: Je älter ein Mann wird, umso einfacher können Probleme in der Durchblutung auftreten.

Alkohol / Nikotin / Drogen: Der regelmäßige Konsum von Suchtmitteln aller Art begünstigt die Entstehung von Potenzproblemen.

Vererbte Krankheiten: Viele erblich bedingte Krankheiten können ebenfalls Impotenz auslösen.

Sexuelle Unerfahrenheit: Diese kann sich in einzelnen Fällen zu spontanen Erektionsstörungen entwickeln. Es ist empfohlen, offen mit dem Partner über Ängste und Probleme zu sprechen.

Diabetes: Menschen, welche unter Diabetes leiden, haben ein sehr hohes Risiko, ebenfalls unter Erektiler Dysfunktion zu erkranken.

Störungen im Hormonhaushalt: Sind solche Störungen bekannt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Erektion gestört wird, stets gegeben.

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