Plötzlich schwul – bin ich in meinen besten Freund verliebt?

Verliebt in besten Freund – bin ich schwul?

Das Thema „verliebt in besten Freund“ beschäftigt vor allem viele junge Leute und ist bei Weitem kein Phänomen von Einzelfällen. Trotzdem sind viele Betroffene oft von Scham und Unsicherheit erfüllt, was es nur noch schwieriger macht, eine ehrliche Auseinandersetzung mit dem Thema zu finden. Viele verbieten sich den Gedanken und schleppen ihn deswegen oft wochen- oder monatelang mit sich herum – und sind dadurch erst recht belastet. Das Problem ist dabei oft vielschichtig: Verliebt in besten Freund- oft ist dieses Phänomen der Auslöser für die Frage nach der eigenen sexuellen Orientierung und für die Frage: „bin ich schwul?“. Immerhin war vor diesem Gefühl die eigene sexuelle Orientierung ganz klar. Betroffene sind also mit zwei Fragen konfrontiert: „Bin ich verliebt in meinem besten Freund?“ und: „Bin ich schwul?“

Eins nach dem Anderen: Ehrliche Beantwortung der Frage „Bin ich schwul?“

Die erste Frage, die viele irritiert ist: Bin ich schwul? Immerhin waren viele betroffene junge Männer vorher nur in Frauen verliebt. Zur Beruhigung muss hier angeführt werden, dass die Frage nach dem Schwulsein keine Schwarz-Weiß-Angelegenheit ist. So sind viele Menschen bisexuell, also an beiden Geschlechtern interessiert. Der Prozentsatz, zu dem jemand Frauen und Männer mag, kann dabei unterschiedlich sein. Es ist also möglich, dass jemand zu 80% Frauen, zu 20% Männer anziehend findet.
Auch kann sich dieser Prozentsatz mit den Jahren ändern.

„Bin ich schwul?“ – Die eigene Wahrheit und sich selbst finden

Dass also Gefühle für einen Mann aufkommen, heißt noch lange nicht, dass man nun schwul ist. Persönliche sexuelle Orientierung ist individuell und weist mehr Facetten auf als das reine „Hetero“- oder „Homo“-Konstrukt. Es gilt daher, sich selbst sorgfältig zu beobachten und die eigenen Gefühle genau zu betrachten. Kommen auch Gefühle für andere Männer auf oder beschränken sich die Gefühle auf den besten Freund? Wichtig ist, sich nicht dem Schubladendenken hinzugeben und sich damit selbst zu verurteilen. Es gilt hingegen, die eigene Sexualität offen und unvoreingenommen kennenzulernen.

Verliebt in besten Freund – die zweite große Herausforderungen

Neben der Grundfrage „bin ich schwul“, die vielen in den Kopf schießt, wenn Gefühle für einen männlichen Freund aufkommen, macht es vielen Sorgen, verliebt in den besten Freund zu sein. Schließlich kann das die Freundschaft gefährden. Viele Fragen kommen also auf: Soll ich meine Liebe beichten? Soll ich mich jemandem anvertrauen? Soll ich alles einfach verdrängen und darauf hoffen, dass die Gefühle irgendwann vorüber gehen? Viele entscheiden sich intuitiv für die letzte Variante, vor allem aus Angst davor, die eigenen Gefühle anzuerkennen.

„Verliebt in besten Freund“ – und jetzt? Freundschaft gefährden oder sich selbst verleugnen: Was ist richtig?

Um herauszufinden, was in dem eigenen Fall die beste Strategie ist, ist es wichtig, die eigenen Gefühl zu beobachten und zu kennen. Zunächst muss klar sein, dass niemand an seinen Gefühlen Schuld ist. Ein Stück weit ist das Aufkommen romantischer Gefühle für den besten Freund sogar normal: Man ist sich vertraut, verbringt viel Zeit, kennt sich gut und tauscht vielleicht durch Umarmungen und andere Aktionen auch Körperlichkeiten aus. Hier ist der Sprung zum sexuellen Reiz, aber auch zum Verliebtsein, nicht weit. Ein mehrwöchiges Beobachten der eigenen Gefühle, vielleicht auch das tägliche Dokumentieren der Gefühle in einem persönlichen Tagebuch, können helfen, um zu erkennen, ob die Gefühle temporär oder dauerhaft sind – und damit Sicherheit geben. Eins ist wichtig: absolut ehrlich zu sich selbst zu sein!

Verliebt in den besten Freund? Wie sag ichs ihm?

Wenn die Gefühle nicht zu leugnen sind und zum wahren Belastungsfaktor werden, gilt es, Farbe zu bekennen. Fakt ist: Niemand sucht sich seine Gefühle aus und jeder ist sich selbst schuldig, zu sich selbst zu stehen. Ist die Verliebtheit in den besten Freund ein Dauerthema, gehört es zur Ehrlichkeit in der Freundschaft dazu, das Thema anzusprechen. Das „Beichten“ muss dabei nicht wie ein Schuldeingeständnis wirken. Wie wäre es stattdessen mit: „Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist, aber ich habe diese Gefühle für dich“? Denn: Niemand muss eine volle Erklärung für seine Gefühle mitliefern, wenn er sie selbst noch nicht hat. Das gilt auch für die Antwort auf die Frage „Bin ich schwul?“. Gefühle müssen nicht zwanghaft sofort begründet und erklärt werden, aber sie zu akzeptieren gehört zum Finden der eigenen Identität dazu.

Zusammengefasst machen also folgende Schritte Sinn:

» „Bin ich schwul?“ und „Bin ich verliebt in meinen besten Freund?“ – beide Fragen am besten getrennt von einander betrachten

„Bin ich schwul?“: Zur Klärung der Frage die eigenen Gefühle auch für andere Männer als den besten Freund beobachten

» Verliebt in den besten Freund: die eigenen Gefühle in gemeinsamen Situationen genau beobachten

» Nur eine Phase? Gefühle in einem Tagebuch dokumentieren

» Zu den eigenen Gefühlen stehen: sich gegenüber vertrauten Menschen wie den Eltern, anderen Freunden oder dem Hausarzt öffnen und Hemmungen zum Thema im Gespräch abbauen

» Absolute Offenheit: Wenn sich Gefühle langfristig bestätigen, den besten Freund offen und unkompliziert ansprechen; bei nicht erwiderten Gefühlen gemeinsam Strategien überlegen, mit denen sich beide wohlfühlen (temporäre Distanz o.Ä.)